Das Netzwerk Begleitung wurde während 26 Jahren von den katholischen Kirchgemeinden Wattwil und Lichtensteig und der evangelisch – reformierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg getragen und finanziert. Nun wurde das Angebot eingestellt.
Das Angebot unterstützte Menschen in schwierigen oder herausfordernden Lebenssituationen unabhängig ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit.
Schweren Herzens haben sich die beteiligten Kirchgemeinden entschieden, das Netzwerk Begleitung per Ende April 2026 aufzulösen. Mehrere Gründe führten zu diesem Entscheid.
Versuch scheiterte
Mit der Anstellung der aktuellen Stellenleitung, Monika Rutz, im Herbst 2022 wurde versucht, die bereits damals rückläufige Tätigkeit des Netzwerks Begleitung nochmals anzukurbeln. Mit Engagement und viel Energie bemühte sich die Stellenleitung im Rahmen der verfügbaren 20 Stellenprozente, neue Freiwillige zu gewinnen, das Angebot in der Bevölkerung bekannter zu machen sowie die freiwilligen Begleiterinnen zu betreuen und zu unterstützen.
Für diese Neuausrichtung wurde eigens ein Konzept erstellt. Das Angebot konnte zwar stabilisiert werden, ein nachhaltiger Aufschwung blieb jedoch aus. Ein Team von zuletzt rund zehn Begleiterinnen setzte das Unterstützungsangebot um und leistete Hilfe unter anderem in Form von Besuchen sowie Unterstützung beim Einkaufen. Zunehmend musste die Stellenleitung selbst Begleitungen übernehmen. Diese Einsätze waren teilweise sehr zeitintensiv und hätten eigentlich eine verstärkte gesundheitliche und soziale Betreuung erfordert, die über den Auftrag und die Möglichkeiten des Netzwerks hinausging.

Geschichtliche Würdigung
Im Jahr 2000 erfolgte die offizielle Gründung des Netzwerks Begleitung. Zunächst übernahm Ruth Hautle die operative Leitung ehrenamtlich. Mit grossem persönlichem Einsatz suchte sie freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Menschen, die Unterstützung benötigten. Nach rund drei Jahren betreute das Netzwerk Begleitung etwa 25 gut funktionierende «Tandems» von BegleiterInnen und Menschen in schwierigen Situationen. Aufgrund der positiven Erfahrungen aller Beteiligten sprach sich das Angebot rasch herum und wurde rege genutzt. Ab dem Jahr 2005 übernahm Ruth Hautle die Stellenleitung mit einem Pensum von 20 Prozent. Aus Altersgründen übergab Ruth Hautle die Leitung im Frühling 2015 an Roland Walther
aus Lichtensteig. Er führte die Arbeit weiter, musste jedoch miterleben, dass zunehmend
freiwillige Helferinnen und Helfer ausstiegen.
Im Dezember 2020 verliess auch er dieses gemeinnützige Projekt. Im Mai 2021 wurde Sylvie Hinterberger für die Stellenleitung angestellt. Im Auftrag der Kirchen verfasste sie ein Konzept mit dem Ziel, das Netzwerk Begleitung wieder zu beleben. Im September 2022 folgte Monika Rutz als Stellenleitung mit dem Auftrag dieses Konzept umzusetzen. Im Zusammenhang mit der Pensionierung von Monika Rutz im Frühling 2026 wurde das Angebot einer vertieften Überprüfung unterzogen.
Nach sorgfältigem Abwägen von Aufwand und Ertrag entschieden die beteiligten Kirchgemeinden, das Netzwerk Begleitung per Ende April 2026 aufzulösen.
An dieser Stelle danken die katholischen Kirchgemeinden Wattwil und Lichtensteig sowie die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg allen engagierten Personen, die das Netzwerk Begleitung von Beginn an aufgebaut, mitgetragen und über viele Jahre hinweg geprägt haben. Ihr Einsatz und ihre Solidarität haben das Leben vieler Menschen bereichert.
Remo Schweizer, Diakon
