
Sanierung Innenraum der Kirche: Überfällige Erneuerung der Haustechnik und der innenarchitektonischen Gestaltung
Die mächtige Evangelisch-reformierte Kirche Wattwil ist ein zweigeschossiger Querbau, der bei der Einweihung 1848 für beide Konfessionen ausgelegt war. Ende der 1960er-Jahre bauten die Katholiken in Wattwil eine eigene Kirche. Der Innenraum wurde für die Bedürfnisse der reformierten Konfession umgebaut, und bekam damit 1970 die heutige Gestalt.
Heutige Standards der Sicherheit und Barrierefreiheit
Die Gebäudehülle ist aufgrund regelmässiger Sanierungen intakt. Beim Innenraum der Kirche hingegen ist der Sanierungsbedarf und die Instandsetzung überfällig. Dies gilt sowohl für die innenarchitektonische Gestaltung wie für die gesamte Haustechnik. Die Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard. Hinzu kommt die Umsetzung von Vorschriften in den Bereichen Sicherheit und Barrierefreiheit.
Verkleinerung des Gottesdienstraumes
Das Bauprojekt sieht als wesentlichen architektonischen Eingriff eine Verkleinerung des Kirchenraums im ebenerdigen Geschoss vor. Dies entspricht den heutigen Bedürfnissen für Gottesdienste und weitere Anlässe. Die Anzahl Plätze im Obergeschoss hingegen bleibt von der Grössenordnung her bestehen. Mit insgesamt rund 500 Plätzen bietet die Kirche weiter die Möglichkeit für Grossanlässe, wie zum Beispiel Konzerte. Zur Sanierung gehört auch eine Anpassung der optischen Ausstrahlung hin zu einer gastfreundlichen Kirche.
Nutzungserweiterung mit Annexbau: Räume für das Kirchenleben, die Verwaltung und die Zukunft unserer Gemeinde
Die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg mit den Ortschaften Wattwil, Lichtensteig und Krinau hat mit über 2500 Kirchenmitgliedern vielfältige Aufgaben und ein breites Kirchenleben. Zentraler Ort der Kirchgemeinde ist Wattwil, das auch politisch die Zentrumsgemeinde des Toggenburg ist.
In Wattwil allerdings fehlen seit Längerem angemessene Räume für das Kirchenleben und die Verwaltung. Viele Kirchgemeinden haben ab den 1970er-Jahren Kirchgemeindehäusern mit multifunktionalen Räumen für Unterricht, kirchliche Gruppierungen, Verwaltung und Kirchenpersonal gebaut. Hier hat man diesen Schritt nie gemacht.
Annexbau als eindeutig beste Möglichkeit
Die Kirchenvorsteherschaft, die als Exekutive für das Kirchenleben und damit auch für die Zukunft der Kirchgemeinde verantwortlich ist, will dies nachholen. Detaillierte Abklärungen in den letzten Jahren zeigen: Ein Annexbau ist eindeutig die beste Möglichkeit für eine Nutzungserweiterung.
Andere Varianten haben wir abgeklärt: Das Haus zum Brunnen ist ein Bijou, lässt sich aber aufgrund des Denkmalschutzes nicht für heutige Bedürfnisse umfunktionieren. Und ein Eingriff in die Kirche mit einem Raumprogramm des notwendigen Ausmasses hat aus architektonischen Gründen keine Chance.
Es geht um die Zukunft der Kirchgemeinde
Eine Nutzungserweiterung ist für die Zukunft der Kirchgemeinde absolut notwendig. Nur so können wir unsere Aufgaben in verantwortungsvoller und angemessener Art und Weise wahrnehmen. Zugleich passt das Bauprojekt in den baulichen Aufbruch in Wattwil mit Neugestaltung des Zentrums, des Bahnhofbereichs und der neuen Kantonsschule.
Fragen und Antworten zur geplanten Sanierung und Nutzungserweiterung der Kirche Wattwil: Werner Bleiker, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, im Interview.

