Das Mittlere Toggenburg hat mit Monika Schnurrenberger eine neue Kirchen-vorsteherin für das Ressort Familie, Kind und junge Erwachsene. Zudem gab es an der Kirchbürgerversammlung am 22. März weitere Wahlen und interessante News zum Kirchenleben.
«Herzlich willkommen» steht vielfarbig auf der Leinwand in der Kirche Lichtensteig. Werner Bleiker, Präsident der Kirchenvorsteherschaft (Kivo) Mittleres Toggenburg begrüsst die 88 anwesenden Stimmberechtigen mit herzlichen Worten. In seinem Jahresrückblick geht er unter anderem auf Gottesdienstformate wie Zoomgottesdienste und Mitmachweihnachten ein. Neu ist, dass es ab dem 1. August 2026 einen Ausbildungsplatz in Sozial-diakonie und Gemeindeanimation im Mittleren Toggenburg gibt. «Wir sind auf gutem Weg, diese Stelle zu besetzen», sagt Werner Bleiker an der Kirch-gemeindeversammlung (KGV) am 22. März. Die gewählte Person wird parallel zur Anstellung eine Ausbildung an der Höheren Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales in Aarau absolvieren.

Auch zum Bauprojekt Kirche Wattwil mit Sanierung und Nutzungs-erweiterung äusserte er sich. Nach der Zustimmung zum Projektierungs-kredit laufe derzeit die Ausarbeitung des Annexbaus für die Nutzungs-erweiterung. Dabei seien die kantonale Denkmalpflege und die Baukommis-sion der Gemeinde Wattwil ebenfalls involviert. Läuft alles wie geplant, lädt die Kivo zu einer ausserordentlichen KGV am 29. Oktober 2026 für den Ausführungskredit ein. Weil Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren in der aktiven Kirchgemeinde mehrheitlich fehlen, ist ein Glaubenskurs für diese Altersgruppe in Planung. Schliesslich befasst sich die Kivo auch mit Personalplanung: Da 2028 zwei Pfarrpersonen pensioniert werden, hat man eine Arbeitsgruppe eingesetzt.
Monika Schnurrenberger ist neue Kirchenvorsteherin
Da eine Legislatur beginnt, steht eine Gesamterneuerungswahl der Kivo an. «Es freut mich sehr, dass sich alle Kirchenvorsteherinnen- und vorsteher wieder zur Wahl stellen. Das ist nicht selbstverständlich!», sagt Werner Bleiker. Sie werden alle einstimmig wiedergewählt, wie auch der Präsident in der dafür vorgeschriebenen separaten Abstimmung. Zudem gibt es mit der 37jährigen Monika Schnurrenberger eine neue Kirchenvorsteherin. Sie wird ebenfalls einstimmig gewählt.

Die verheiratete zweifache Mutter ist Bäcker-Konditorin und wird das Ressort Familie, Kind und junge Erwachsene übernehmen. «Als Mutter kleiner Kinder liegt mir besonders die Arbeit mit Familien am Herzen. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie wertvoll Angebote sind, die Familien stärken, Gemeinschaft fördern und Kindern positive Begegnungen mit Kirche ermöglichen», stellt sie sich vor.
Auch in die Synode, dem 180köpfigen kantonalen Kirchenparlament, braucht es aufgrund von Rücktritten Neuwahlen. Beatrice Zweifel, Mitarbeitende im Sekretariat der Kirchgemeinde und Kirchenvorsteher Christian Zwingli komplettieren die fünfköpfige Vertretung des Mittleren Toggenburg.
Rechnung 2025: Es braucht keine Gelder vom Finanzausgleich
Eine Überraschung gibt es bei der Rechnung 2025. Anstelle der Gelder aus dem Finanzausgleich, welche das Mittlere Toggenburg aufgrund seiner Finanzlage braucht, gibt es aus den Steuereinnahmen einen kleinen Überschuss. Dieser wird dem Eigenkapital zugeschrieben und ist aufgrund einer einmaligen Nachsteuer zustande gekommen. Für das Jahr 2026 rechnet die Budgetierung wieder mit Geldern aus dem Finanzausgleich.

Für die Geschäftsprüfungskommission (GPK) tritt Kurt Brugger an das Mikrophon. Die GPK habe Jahresrechnung und Buchhaltung geprüft und für gut befunden, stellt er fest. Bereits nach rund einer Stunde kann Werner Bleiker die KGV schliessen: «Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen.»
Jodlerklub Wattwil im Gottesdienst
Vorgängig zur KGV findet in der Kirche Lichtensteig der Gottesdienst statt. Dabei singt der Jodlerklub Wattwil unter der Leitung Ruedi Roth mehrmals. Darunter sind auch Eigenkompositionen von Ruedi Roth. Den Gottesdienst gestaltet Pfarrerin Silke Roether zu einem Text aus dem Hebräerbrief.

Daniel Klingenberg
